Warum jetzt der Protest?

Schlechte soziale Verhältnisse, Armut und bildungsfeindliches Umfeld sind in Berlin häufiger anzutreffen als in anderen Bundesländern. Dieses „Milljö“ führt bei vielen Kindern zu Entwicklungsstörungen bei der Sprache und der Motorik. Die sozialen Verhältnisse sind in Berlin sehr unterschiedlich ausgeprägt. Ärzte in sozial schwachen Gegenden haben häufiger Entwicklungsstörungen zu behandeln als jene in Gebieten mit höherem Durchschnittseinkommen. Die Behandlung dieser sozial bedingten Krankheiten wurde den Berliner Arztpraxen bislang erleichtert indem Sprach- (Logo-) Therapie und Bewegungs- (Ergo-) Therapie als Praxisbesonderheit nicht unter die Richtgrößenprüfung fiel. Diese Berliner Sonderregelung soll jetzt ersatzlos wegfallen.

Der Leidtragende dabei ist der kranke Mensch. Jeder Arzt muss fürchten, bei einer guten und leider teuren Behandlung die Ausgaben aus eigener Tasche bezahlen zu müssen. Dies führt zu Angst bei der Auswahl der besten Therapie für jede Krankheit. Und Angst ist eine schlechte  Basis für eine gute Medizin.

Der Leidtragende der Regelung, die die Berliner Krankenkassen durchsetzen wollen, ist der kranke Mensch.
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